Tradition seit Generationen

 

 

1847 gründete der Buchdruckermeister Friedrich Kühn in Buttstädt eine Buchdruckerei, die u. a. das „Buttstädter Wochenblatt” als Zeitung für den Ort und die nähere Umgebung herausbrachte. Danach führte der älteste Sohn Bernhard Kühn die Geschäfte weiter, bis dieser den Betrieb 1885 an seinen Bruder Fritz Kühn übergab. Fritz Kühn vergrößerte und erneuerte den Betrieb, so dass aus der einstigen kleinen Druckerei ein konkurrenzfähiger, der Zeit entsprechendes modernes Kunstinstitut wurde. Leider verstarb er viel zu früh. Da seine Nachkommen zu dieser Zeit noch zu klein für eine Betriebs- übernahme waren, verwaltete der dritte Sohn des Gründers, Karl Kühn, das Geschäft mit großer Umsicht bis die ältesten Söhne des Fritz Kühn alt genug waren, die Geschäftsleitung zu übernehmen. Jean Kühn, der jüngste Sohn, führte ab 1937 als alleiniger Geschäftsführer die Druckerei weiter und konzentrierte das Geschäft nun in Apolda. Dazu kaufte er das Haus in der Bernhardstraße 43. In den besten Zeiten waren bis zu 26 Mitarbeiter beschäftigt. 1942 musste Jean Kühn, mit über vierzig Jahren, an die Front und verstarb 1945 in englischer Gefangenschaft in Koblenz. Unterdessen führte seine Frau Karoline die Firma weiter und gab auch nicht auf, als 1945 das Haus laut Beschlüssen der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet wurde.


Trotz vieler Schwierigkeiten und Widerstände, eine private Druckerei in der DDR (Deutsche Demokratische Republik) zu führen, gab auch die Tochter von Jean und Karoline Kühn, Karla Rau, nicht auf und konnte als Schriftsetzermeisterin zusammen mit ihrem Mann, dem Buchdruckermeister Hermann Rau, erfolgreich die Druckerei Kühn über die DDR-Zeiten retten. Mit der politischen Wende wurden seit 1990 neue Offset-Druck-Maschinen und entsprechende Computer für Satz und Druckvorstufe gekauft – und so wurde aus der technisch veralteten Buchdruckerei eine hochmoderne Offsetdruckerei. Im Jahr 2003 reichten die Räumlichkeiten in der Bernhardstraße 43 nicht mehr aus und es wurde die angrenzende ehemalige Glockengießerei zu einem hochmodernen Drucksaal unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes ausgebaut. Seitdem verbinden sich Tradition und hochtechnologisierte Produktion um so mehr. Heute druckt die Druckerei Kühn schnell und effizient mit computergestützten Fünf- und Zwei-Farb-Offset- Druckmaschinen und computerisierter Druckvorstufe (CTP = Druckdaten direkt auf die Druckplatte, ohne Repro-Film) alles was der Druckerei-Kunde benötigt. Mit im Geschäft sind die drei Kinder von Karla und Hermann Rau: Dietmar Rau, Dagmar Weirich, Gunter-Albert Rau, die federführend als Meister der Druckvorstufe bzw. dem Drucksaal vorstehen.